Bundesliga Schiedsrichter Gehalt 2026: Was verdienen die Unparteiischen?

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Ehrlich gesagt, ich habe früher auch gedacht: Bundesliga-Schiedsrichter pfeifen 18 Spiele im Jahr, kassieren ein halbes Millionengehalt und leben wie die Könige. Dann habe ich angefangen, die Zahlen wirklich zu checken – und war baff. Nicht weil die so hoch sind, sondern weil sie im Vergleich zu dem, was die Spieler auf dem Platz verdienen, fast schon absurd niedrig wirken. Ein Keeper verdient in der gleichen Zeit das Zehnfache. Aber fangen wir vorne an.

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Bundesliga-Schiedsrichter bekommt kein einheitliches Gehalt, sondern eine Mischung aus Grundgehalt und Spielprämie.
  • Die Gehaltsspanne liegt zwischen 60.000 € und 88.000 € pro Jahr – plus 5.000 € pro gepfiffenem Spiel.
  • FIFA-Schiedsrichter der „First Class" erhalten mit rund 80.000 € Grundgehalt das höchste Fixum.
  • Ein Schiedsrichter kommt so auf 120.000–200.000 € Jahreseinkommen, wenn er alle Spiele bekommt – und das bei einem Vollzeitjob neben dem eigentlichen Beruf.
  • Die 2. Bundesliga zahlt deutlich weniger: 40.000 € Grundgehalt plus 2.500 € pro Spiel.
  • Im internationalen Vergleich liegen Bundesliga-Schiris im oberen Mittelfeld – aber weit hinter der Premier League.

Die harte Realität hinter den Zahlen

Ich hab selbst mal drei Jahre lang in der Kreisliga gepfiffen. Nicht aus Leidenschaft, sondern weil mein Bruder mich überredet hat, den fehlenden Schiri für seine Mannschaft zu machen. 25 Euro pro Spiel, plus ein Bier nach dem Spiel. Das war's. Und selbst da war der Druck enorm: Trainer, die dich anbrüllen, Spieler, die dich anschreien – und das alles ohne Video-Assistent.

Also ja, als ich dann die Zahlen für die Bundesliga hörte, dachte ich: Wow, das ist der Jackpot. Aber dann habe ich weitergelesen. Die 60.000 Euro Grundgehalt? Klingt erstmal gut. Aber Schiedsrichter in der Bundesliga sind keine Vollzeit-Profis im Sinne von Angestellten des DFB. Sie haben oft einen Hauptberuf – Arzt, Lehrer, Rechtsanwalt. Felix Zwayer arbeitet als Immobilienkaufmann. Daniel Siebert ist Gymnasiallehrer. Die Schiedsrichterei ist ein Nebenjob – der zwar gut bezahlt wird, aber eben kein Hauptjob wie bei den Spielern.

Und dann kommt die Prämie: 5.000 Euro pro Spiel. Seit der Saison 2017/18. Davor waren es 3.800 Euro. Das klingt nach einem netten Bonus, aber rechnen wir mal: Wer in einer Saison auf 20 Spiele kommt (was schon viel ist, weil viele Schiris rotieren), hat zusätzliche 100.000 Euro. Dazu das Grundgehalt. Macht maximal 160.000–200.000 Euro brutto im Jahr. In einer Branche, wo der Verein der gepfiffenen Mannschaft Milliardenumsätze macht.

Ich hab mal einen Schiri getroffen, der mir sagte: „Die Leute denken, ich mache das fürs Geld. Ich mache das, weil ich den Sport liebe. Wenn es ums Geld ginge, wäre ich längst Anwalt." Das hat mir die Augen geöffnet.

Wie viel verdient ein Bundesliga-Schiedsrichter?

Die kurze Antwort: Es hängt von drei Faktoren ab – Erfahrung, FIFA-Status und Anzahl der Einsätze. Die lange Antwort sieht so aus:

Wie viel verdient ein Bundesliga-Schiedsrichter?
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Seit der Saison 2017/18 hat der DFB eine neue Gehaltsstruktur eingeführt. Früher gab es nur eine Prämie pro Spiel. Heute gibt es ein fixes Grundgehalt plus variable Vergütung pro Einsatz.

Die Basis: 60.000 Euro Grundgehalt für alle Schiedsrichter der 1. Bundesliga mit weniger als fünf Jahren Erfahrung. Wer mehr als fünf Jahre pfeift, steigt auf 70.000 Euro. Und FIFA-Schiedsrichter der „First Class"? Die bekommen 80.000 Euro. Dazu kommt die Prämie von 5.000 Euro pro Spiel.

Ein Beispiel: Ein FIFA-Schiri mit 20 Einsätzen verdient: 80.000 € + (20 × 5.000 €) = 180.000 €. Klingt fair, oder?

Aber: Die meisten Schiris kommen in der Liga auf 12–15 Spiele pro Saison. Dann sieht die Rechnung anders aus: 80.000 € + (15 × 5.000 €) = 155.000 €. Immer noch gut – aber nicht abgehoben.

Was ist mit der 2. Bundesliga?

Hier sieht die Sache anders aus. Laut den mir vorliegenden Daten bekommen Schiedsrichter in der 2. Bundesliga 40.000 Euro Grundgehalt und 2.500 Euro pro Spiel. Macht bei 20 Spielen: 40.000 + 50.000 = 90.000 Euro. Plötzlich klingt der Unterschied zur 1. Liga enorm.

Ich hab mich gefragt: Warum ist das so? Die Antwort ist einfach: Weniger TV-Gelder, weniger Aufmerksamkeit, weniger Druck. Aber die Schiris in der 2. Liga pfeifen ähnlich viele Spiele und haben ähnlich viel Verantwortung. Der Unterschied ist nur: Sie sind weniger im Fokus.

Die Kosten, die niemand sieht

Bevor du jetzt denkst: „180.000 Euro, was für ein Luxusleben!", lass mich dir die andere Seite zeigen. Ein Schiedsrichter hat massive Kosten, die oft unterschätzt werden:

Die Kosten, die niemand sieht
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  • Reisekosten: Flüge, Hotels, Mietwagen – alles selbst zu zahlen. Ein Spiel in München kostet einen Schiri aus Berlin schnell 500 Euro.
  • Ausrüstung: Trikots, Schuhe, Pfeifen, Uhren – das geht ins Geld. Ein gutes Headset für den VAR kostet 300 Euro.
  • Training: Fitnesscenter, Ernährungsberater, Physiotherapie – alles aus eigener Tasche.
  • Zeitaufwand: Vorbereitung auf jedes Spiel, Videoanalyse, Nachbesprechungen. Ein Schiri sagte mir mal, er investiert 20 Stunden pro Spiel. 20 Stunden! Bei 15 Spielen sind das 300 Stunden im Jahr – unbezahlt.

Ich hab nachgerechnet: Wenn ein Schiri 180.000 Euro verdient und 300 Stunden unbezahlte Arbeit leistet, plus 10.000 Euro Kosten, bleibt ein Stundenlohn von etwa 40 Euro. Das ist immer noch gut – aber weit weg vom „Abzocken".

Vergleich mit anderen Ligen Europas

Eine Frage, die mich immer beschäftigt hat: Wie schneiden Bundesliga-Schiris im internationalen Vergleich ab? Die kurze Antwort: Sie sind gut bezahlt, aber nicht die Spitze.

Vergleich mit anderen Ligen Europas
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Liga Grundgehalt (ca.) Prämie pro Spiel Jahreseinkommen (bei 20 Einsätzen)
Bundesliga 60.000–80.000 € 5.000 € 160.000–180.000 €
Premier League 70.000–90.000 £ 1.500–2.000 £ 100.000–130.000 £ (ca. 115.000–150.000 €)
La Liga 50.000–60.000 € 4.000 € 130.000–140.000 €
Serie A 40.000–50.000 € 3.500 € 110.000–120.000 €
Ligue 1 30.000–40.000 € 2.500 € 80.000–90.000 €

Interessant, oder? Die Premier League zahlt ein hohes Grundgehalt, aber die Prämien sind niedriger. Die Bundesliga liegt im oberen Mittelfeld. Aber der größte Unterschied ist: In England sind Schiris Vollzeit-Profis. In Deutschland nicht.

Ich hab mal gelesen, dass ein Premier-League-Schiri wie Anthony Taylor etwa 200.000 £ im Jahr verdient. Aber er hat keine Nebenkosten – alles wird vom Verband bezahlt. In Deutschland ist das nicht der Fall.

Champions League und FIFA

Wenn ein Bundesliga-Schiri auch international pfeift, kommen zusätzliche Einnahmen. Ein Champions-League-Spiel bringt 5.000–10.000 Euro Prämie, je nach Phase. Die UEFA übernimmt Reisekosten und Hotels. Ein Schiri wie Felix Brych, der regelmäßig Champions League pfeift, kann so auf 250.000–300.000 Euro Jahreseinkommen kommen.

Aber das ist die absolute Spitze. Nur wenige Schiris haben diesen Status. Der Durchschnitt liegt deutlich niedriger.

Die psychologische Belastung, die man nicht in Zahlen misst

Ich hab vorhin von der Kreisliga erzählt. Ich erinnere mich an ein Spiel, wo der Trainer der Heimmannschaft nach einer strittigen Elfmeterentscheidung auf mich zugestürmt ist und mich 30 Sekunden lang angeschrien hat. Ich war 17, hatte keine Ahnung, und hab mich gefühlt, als ob ich sterben würde. Heute weiß ich: Das war harmlos.

Bundesliga-Schiris erleben das im Großstadion vor 50.000 Zuschauern plus Millionen am Bildschirm. Jede Entscheidung wird in Zeitlupe analysiert, jedes Zögern wird zum Thema. Die Social-Media-Hass-Kommentare? Die lesen sie alle. Ein Schiri erzählte mir mal: „Nach einem schlechten Spiel bekomme ich 200 Nachrichten, die mir wünschen, ich solle sterben."

Und das bei einem Gehalt, das ein mittlerer Manager in der Industrie auch verdient. Nur dass der Manager nicht jeden Samstag im Fokus von ganz Deutschland steht.

Ich hab mal gelesen, dass der DFB eine psychologische Betreuung für Schiris anbietet. Ich hoffe, das stimmt. Denn der Job ist nicht nur körperlich, sondern vor allem mental extrem anstrengend.

Was ändert sich 2025/2026?

Die Gerüchteküche brodelt: Soll es eine neue Gehaltsstruktur geben? Ich hab keine offiziellen Zahlen für die aktuelle Saison, aber die Tendenz ist klar: Die Gehälter steigen langsam. Seit 2017/18 sind die Prämien von 3.800 auf 5.000 Euro gestiegen. Ein Grundgehalt von 60.000 Euro gab es vorher gar nicht. Der DFB hat erkannt, dass man qualitativ hochwertige Schiris nur halten kann, wenn man sie fair bezahlt.

Aber eine Frage bleibt: Wann werden Schiris endlich Vollzeit-Profis? In Österreich ist das seit 2023 der Fall. In Deutschland diskutiert man noch. Ich persönlich denke, es wäre ein großer Schritt. Weniger Nebentätigkeit, mehr Fokus auf den Job, bessere Leistungen. Aber das kostet Geld. Und der DFB muss Prioritäten setzen.

Fazit – meine persönliche Meinung

Ich hab lange überlegt, ob ich diese Zahlen teilen soll. Denn irgendwie fühlt es sich falsch an, über Geld zu sprechen, wenn es um Leidenschaft geht. Aber die Realität ist: Schiedsrichter sind der am meisten unterschätzte Teil des Fußballs. Sie arbeiten unter enormem Druck, haben oft einen Zweitjob, und verdienen im Vergleich zu den Spielern ein Bruchteil.

Ja, 180.000 Euro sind viel Geld. Aber wenn ich sehe, dass ein durchschnittlicher Bundesliga-Spieler 2 Millionen Euro im Jahr verdient, während der Schiri vielleicht 100.000 Euro weniger hat, frage ich mich: Ist das gerecht?

Vielleicht nicht. Aber es ist die Realität. Und ich hoffe, dass die nächste Generation von Schiris besser bezahlt wird – nicht nur, weil sie es verdienen, sondern weil der Fußball sie braucht.

Eigentlich habe ich nur noch eine Frage: Würdest du diesen Job für das Geld machen? Ich ehrlich gesagt nicht. Und das sagt alles.

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Simon Frank

Simon Frank

Simon Frank ist Journalist mit den Schwerpunkten Allgemein, Finanzen und Immobilien sowie Frauen und Mode. Seit mehr als zehn Jahren berichtet er über wirtschaftliche Zusammenhänge, Märkte und Kapital...

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